Definition der grundlegenden Europäischen Werte

und deren Bedeutung für unsere heutige Gesellschaft



Inhaltsverzeichnis:



1 Einleitung


1.1 Problemhintergrund

Jede Gesellschaft hat ihre Geschichte mit den aus ihr entstandenen Werten. Gemeinsame Werte verbinden die einzelnen Individuen, sodass eine Gesellschaft entsteht. Sind den einzelnen Mitgliedern die grundlegenden Werte ihrer Gesellschaft und deren geschichtliche Herkunft nicht mehr klar, verliert die Gesellschaft ihren Klebstoff. In Europa erhalten die meisten Menschen Geschichtsunterricht, aber nur wenige wissen, welche unsere grundlegenden Europäischen Werte sind. Verliert eine Gesellschaft den Sinn für ihre Werte, wird sie nicht im Stande sein dieses Fundament des Gesellschaftssystems zu schützen und zu erhalten.


Vormals geschätzte Einrichtungen und Errungenschaften werden auf Grund des mangelnden Wissens nicht mehr als solche empfunden. Wer den Vergleich zwischen „vorher und nachher“ nicht ziehen kann, erlebt den momentanen „Ist-Zustand“ als selbstverständlichen „Normalzustand“. Aus fehlendem historischem Wissen ist vielen Mitgliedern unserer europäischen Gesellschaften nicht mehr bewusst, dass der momentane „Normalzustand“ ein über Jahrhunderte entstandenes, vielfach erkämpftes Gesellschaftssystem ist, das auf dem Fundament ganz bestimmter Werte ruht.

Geht das Wissen um unsere Werte und deren Bedeutung verloren, verlieren wir gleichzeitig das Fundament unserer freien, modernen, demokratischen europäischen Gesellschaft.


1.2 Ziel und Nutzen

Ziel dieser Arbeit ist es, die grundlegenden Werte zu finden aus denen sich alle Europäischen Werte ableiten lassen. Es soll sowohl ihre Entstehungsgeschichte als auch ihre Bedeutung für unsere heutige Gesellschaft beschrieben werden.

Weiters soll dargestellt werden, wie die einzelnen Werte aufeinander aufbauen und wie sie miteinander verbunden sind.

Nutzen dieser Arbeit ist es, Wissen über unsere grundlegenden Europäischen Werte zu vermitteln und das Verständnis zu schaffen, warum diese Werte das Fundament unserer freien, modernen, demokratischen europäischen Gesellschaften sind und welche Bedeutung sie für unsere heutige Gesellschaft, sowie für den Alltag des Einzelnen haben.


1.3 Was ist überhaupt ein „Wert“?

Einfach ausgedrückt könnte man sagen: „Ein Wert entsteht aus einer Wertung.“

Durch die Wertung entscheidet z.B. eine Gesellschaft, welcher Wert ihr wichtiger ist als ein anderer. Diese Wertung ist aber keine bewusste, aktive Entscheidung, die man trifft, etwa wenn wir etwas wünschen oder ablehnen. Vielmehr ist es ein unbewusstes, passives Ergriffensein auf Grund einer vordefinierten, unterbewussten Prägung, die sich vor allem durch unsere Erziehung, Religion, und Kultur in uns entwickelt hat. Wertebindungen sind daher nicht oberflächliche Bewertungen oder Wünsche, die wir bei einem logischen Einwand leicht aufgeben können, sondern sie sind emotional beladene, tief in uns verwurzelte Vorstellungen über das „Wertvolle“ und „Wünschenswerte“.

Die Summe der individuellen Wertebindungen definiert, welche Werte in einer Gesellschaft „geachtet“ werden und welche Werte gesellschaftlich „geächtet“ sind. Die Wertebindungen in unserem Denken beeinflussen unsere Handlungen, und unsere Handlungen prägen unsere Kultur. Die europäische Kultur ist in ihrem Denken und Handeln durch Europäische Werte geprägt!

Werte sind die konstitutiven Elemente der Kultur, sie definieren Sinn und Bedeutung für die Menschen innerhalb eines Sozialsystems (Gesellschaft).

Aus Werten leiten sich Regeln und Normen einer Gesellschaft ab.

Unter diesem Gesichtspunkt wird deutlich, dass Werte eine tiefe Bedeutung für das jeweilige Sozialsystem haben, da sie dieses ganz maßgeblich beeinflussen, regeln und regulieren.

Direkt gesagt: Die Werte sind das Fundament einer Gesellschaft!

Es ist durchaus möglich, dass spezifische Werte einer bestimmten Kultur, Personen aus anderen Kulturen als unwert, abscheulich, verfolgenswürdig, verächtlich oder unlogisch erscheinen. Denn welche Werte von jemandem als wichtig angesehen werden bzw. was überhaupt „von Wert“ ist, wird durch die Kultur in der die betreffende Person aufwächst, erstmalig vordefiniert.

Was wird unter dem Begriff „grundlegende Europäische Werte“ verstanden?

Unter dem weit reichenden Sammelbegriff „Europäische Werte“ werden auch gern Errungenschaften aus der europäischen Kunst wie Malerei, Architektur, Literatur, Musik, usw. mitaufgezählt.

Unter dem Begriff „grundlegende Europäische Werte“ jedoch werden hier nur all jene Europäischen Werte aufgezählt, aus denen sich das Fundament unserer freien, modernen, demokratischen europäischen Gesellschaft direkt entwickelt hat.


2 Europäische Werte

2.1 Kurzerklärung der Europäischen Werte

Die Europäische Hochkultur entstand in 6 Stufen:

Den 6 grundlegenden Europäischen Werten

Diese 6 Europäischen Werte zusammen ergeben ein

voll entwickeltes

„Humanistisches Weltbild“

Das humanistische Weltbild ist in der Antike bei den Griechen entstanden und wurde durch die Renaissance, der Wiedergeburt der Antike, und der damit verbundenen Wiedergeburt des humanistischen Denkens neu entfacht.

Ein voll entwickeltes humanistisches Weltbild entsteht auf dem Fundament der oben dargestellten sechs Stufen. Diese sechs Stufen sind gleichzeitig die sechs grundlegenden europäischen Werte, die die Basis für unsere heutige europäische Hochkultur sind. Aus ihnen lassen sich alle anderen europäischen Werte ableiten.

Das humanistische Weltbild startet mit dem Denken dem Menschen einen Wert zu geben (Humanistisches Denken) und schließt mit dem Denken allen Menschen einen Wert zu geben (Menschenrechte).

Es ist eine Weltsicht von Menschen für Menschen.

→Was hat uns dieses humanistische Weltbild nun gebracht?

2.2 Erklärung der einzelnen Werte

2.2.1 Stufe 1 – Humanistisches Denken

Das lateinische Wort „humanus“ bedeutet „menschlich, menschenfreundlich, gebildet, kultiviert“.

Das lateinische Wort „humanitas“ bedeutet „Menschlichkeit“.

Unser heutiges humanistisches Denken wird neu eingeleitet durch die Zeit des „Humanismus“. Der Humanismus bezeichnet ein Denken und Handeln, das auf dem Bildungsideal der griechischen und römischen Antike gründet. Dieses zeichnet sich durch das Bewusstsein für die Würde des Menschen aus.

In der Zeit der Renaissance wurde diese Geistesströmung neu entdeckt und wieder belebt.

Der Entwicklungsbeginn der heutigen Europäischen Werte ist die Abkehr vom theozentrischen Weltbild (Gott steht im Mittelpunkt) des Mittelalters. Es kommt zu einer Hinwendung zum anthropozentrischen Weltbild der Neuzeit. „Anthropos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Mensch“. In diesem Weltbild steht also der Mensch im Zentrum. Das Wohlergehen des einzelnen Menschen wird immer mehr zum Mittelpunkt des Handelns und Denkens.

→Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

→Entwicklung vom Mittelalter bis heute

→Welche Veränderungen bezüglich Staat und Religion hat Humanistisches Denken bewirkt?

→Wie wird der Begriff „Humanistisches Denken“ zweckentfremdet?

2.2.2 Stufe 2 – Rationalität

Das lateinische Wort „ratio“ bedeutet „Vernunft, Verstand“.

Ein Rationalist legt seiner philosophischen Welterklärung vor allem die vernünftige Schlussfolgerung zu Grunde.

Als Rationalität wird eine Geisteshaltung bezeichnet, die das rationale Denken, also das von der Vernunft bestimmte Denken, als einzige Erkenntnisquelle ansieht.

Rationalität bedeutet, dass man Aussagen anhand ihres Inhaltes beurteilt und nicht auf Grund der Autorität oder Institution, die diese gemacht hat. Auch erfolgt die Beurteilung nicht danach, wie viele Menschen diese Aussage teilen, oder auf Grund der Tatsache, dass die Aussage einem Gott zugeschrieben wird. Rationalität beinhaltet auch die Fähigkeit, selbst sogenannte „gottgegebene Argumente“ als falsch entlarven zu können. Verknüpft mit der griechischen Tradition der logischen Debatte wird das rationalistische Prinzip in zahlreichen Zusammenhängen angewendet und bildet auch den Kern wissenschaftlichen Arbeitens. Im Zeitalter der Aufklärung wurde die Vernunft von Descartes und anderen Philosophen und Wissenschaftlern auf immer mehr Lebensbereiche angewendet, wodurch Aberglaube entlarvt und eine wissenschaftliche Revolution entfacht wurde.

→Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

→Entwicklung vom Mittelalter bis heute

→Welche Veränderung bezüglich Staat und Religion hat vernünftiges Denken (Rationalität) bewirkt?

→Wie wird der Begriff der Rationalität zweckentfremdet?


2.2.3 Stufe 3 - Säkularität

Säkularität = Trennung von Staat & Religion

Säkularität bezeichnet die Trennung staatlicher und religiöser Organisationen per Gesetz. Die Trennung von Politik und Religion, Staat und Staatskirche.

Entwicklung vom Mittelalter bis heute

  • Den säkularen Menschen zeichnet im Gegensatz zum religiösen Menschen aus, dass er seine Religion nur mehr im privaten Bereich praktiziert und „göttliche Politik“ von der „irdischen Politik“ zu trennen weiß.

  • Den säkularen Menschen zeichnet im Gegensatz zum religiösen Menschen aus, dass er die Gesetze der Menschen achtet und die Religion nur als Mittel der persönlichen und privaten Entwicklung ansieht.

  • Den säkularen Menschen zeichnet im Gegensatz zum religiösen Menschen aus, dass er keine religiösen Gesetze, die „von Gott“ oder Gottesmännern stammen, befolgen oder Angst vor Bestrafungen durch religiöse Instanzen haben muss. Der säkulare Mensch ist an die Gesetze seines Staates, die von Menschen gemacht wurden, gebunden. Es unterliegt seiner persönlichen Freiheit, ob er/sie religiöse Vorschriften befolgen möchte oder nicht.

Religion hat sich heute nicht mehr in das Denken und Handeln des Einzelnen einzumischen, sie hat keine Denk- und Handlungsverbote mehr auszusprechen. Religiöse Regeln zu befolgen obliegt der persönlichen Freiheit des Einzelnen. Niemand kann mehr gezwungen werden, bestimmte religiöse Handlungen zu vollziehen, oder bestraft werden, wenn er dies nicht tut. Religion ist Privatsache und muss sich unter allen Umständen der Verfassung und den Grundgesetzen unterordnen. Die Deutungshoheit der Welt und ihrer Phänomene liegt allein bei der Vernunft. Nur der klare Verstand entwickelt immer wieder neue Wege, sich den ständig ändernden Bedingungen der Welt anzupassen und Lösungen zu finden.

Erst durch den Einsatz von Vernunft konnte es zur Säkularisierung kommen, da erst das rationale Denken religiöse Dogmen demontieren konnte. Dadurch entstand in späterer Folge der Wunsch, dass das gesellschaftliche Zusammenleben durch vernünftige statt durch dogmatische Vorschriften geregelt werden sollte. Die Trennung von religiöser und weltlicher Macht wurde mehr und mehr angestrebt, und die Säkularität konnte in Europa verwirklicht werden.

Diese strikte Trennung von weltlicher und religiöser Macht ist aus mehreren Gründen für unsere heutige Gesellschaft äußerst wichtig:

Besitzt die Religion politische und gesellschaftliche Macht, ist es ein allzu menschlicher Zug, dass die Inhaber dieser Macht diese gerne behalten möchten. Solch ein Streben ist in diesem Zusammenhang jedoch problematisch, da das Glaubensgebäude, das diese Macht legitimiert, natürlich unter allen Umständen erhalten werden muss. Wenn Religion politische und weltliche Macht besitzt, ist die Wissenschaft eine Bedrohung für diese Macht, denn wenn die Wissenschaft auf Grund ihrer Erkenntnisse religiöse Dogmen als unlogisch aufdeckt, verlieren die religiösen Machthaber die Legitimation für ihre Regeln oder Gesetze. Nur die strikte Trennung von weltlicher und religiöser Macht garantiert, dass die Wissenschaft frei arbeiten und die Entwicklung unserer Gesellschaft stützen kann. Genau diese Trennung ist ein Grund für die wirtschaftliche und soziale Erfolgsgeschichte Europas!


Außerdem sorgt diese Trennung dafür, dass die Gesetze, die wir für unser Zusammenleben entwickelt haben, von Menschen gemacht sind. Aus diesem Grund können sie auch von Menschen wieder geändert und an neue Entwicklungen angepasst werden. Dadurch sind die Gesetze für den Menschen da und nicht der Mensch für die Gesetze. Wenn religiöse Instanzen Gesetze für das gesellschaftliche Zusammenleben bestimmen, dann berufen sich diese auf Gott. Da Gottes Wort als unfehlbar gilt, sind diese Gesetze dann im Allgemeinen nicht veränderbar und können, wenn sie veraltern, zu einer großen Belastung und Einschränkung für eine Gesellschaft werden. Man denke an Gesetze aus dem Mittelalter, die heute Anwendung finden sollen, wie z.B. die religiöse Scharia-Gesetzgebung im Iran: Steinigung bei Ehebruch oder Abhacken der Hände bei Diebstahl.

Krönung des Kaisers durch den Papst

Säkularität ist die Scheidung der Ehe zwischen weltlicher und religiöser Macht.

→Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

→Welche Veränderung bezüglich Staat und Religion hat säkulares Denken (Säkularität) bewirkt?

→Wie wird der Begriff der Säkularität zweckentfremdet?


2.2.4 Stufe 4 – Rechtsstaatlichkeit

Der moderne Rechtsstaat hat seine Wurzeln in der Philosophie der Aufklärung, wobei ein Durchbruch erst im 18. Jahrhundert mit der Französischen Revolution gelang.

Rechtsstaatlichkeit beinhaltet im Wesentlichen 4 Prinzipien:

      • Grundrechte (Grundgesetz)
      • Gewaltenteilung
      • Berechenbarkeit staatlichen Handelns
      • Sicherungsmechanismen.

Grundrechte:
Rechtsstaatlichkeit ist gleichbedeutend mit „Freiheit vom Staat".

Der Einzelne hat Grund- und Freiheits- bzw. Menschenrechte, über deren Nichtgewährung oder Verletzung eine unabhängige Instanz wacht, die der Einzelne zur Durchsetzung seiner Ansprüche anrufen kann.

Diese Rechtsstaatlichkeit macht keine Unterschiede und steht jedem Bürger gleichermaßen zu („Gleichheit vor dem Gesetz").

Gewaltenteilung:

Ein Rechtsstaat ist ein Staat, in welchem es eine Bindung der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit an die Gesetzgebung gibt. Unter Gewaltenteilung versteht man die Trennung der Staatsgewalten (Gesetzgebung, Verwaltung, Gerichtsbarkeit), sprich die Aufteilung der Staatsmacht auf Legislative (gesetzgebende Organe), Exekutive (Staatsgewalt vollziehende Organe) und Judikative (rechtsprechende Organe).

Berechenbarkeit staatlichen Handelns:
In einem Rechtsstaat wird die Rechtsordnung in einer Art und Weise inhaltlich vorher bestimmbar formuliert, die dem jeweiligen Bürger ein gesetzeskonformes Verhalten ermöglicht bzw. durchsetzbare Ansprüche gewährt. D.h. dass staatliches Handeln vorhersehbar und berechenbar ist.

  • Gesetzmäßigkeit (Staatliches Handeln darf mit keinem Gesetz im Widerspruch sein.)
  • Verhältnismäßigkeit (Jede Maßnahme muss geeignet, erforderlich und angemessen sein.)
  • Übergangs- und Anpassungsregelungen bei Veränderung traditioneller Zustände

Sicherungsmechanismen:

„Checks and balances“

Durch die Sicherungsmechanismen kontrollieren sich die 3 Staatsorgane ständig gegenseitig, damit es zu keinem Missbrauch der jeweiligen Macht kommen kann. Falls eine der Staatsgewalten versucht, ihren Machtbereich auszuweiten oder in den Bereich einer anderen einzugreifen, besitzen die beiden anderen Staatsorgane entsprechende Sicherungsmechanismen, um die eigenen Interessen zu verteidigen.

Besonderes Augenmerk muss hier immer auf die Legislative bzw. die Klasse der „Politiker“ gerichtet sein, denn sie bestimmen neue Beamten, Richter, Staatsanwälte und auch über die Einleitung von Strafverfahren, usw.


→Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

→Welche Veränderung bezüglich Staat und Religion hat rechtsstaatliches Denken bewirkt?

→Wie wird der Begriff der Rechtsstaatlichkeit zweckentfremdet?


2.2.5 Stufe 5 - Demokratie

Was bedeutet „Demokratie“?

Demokratie ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern „demos“ für „Volk“ und „kratein“ für „herrschen“ und bezeichnet eine Volksherrschaft bzw. eine Herrschaft durch das Volk.

„Demokratie“ ist die Bezeichnung für eine politische Ordnung, in der sich die Herrschaft auf den Willen des Volkes beruft und die Regierenden dem Volk rechenschaftspflichtig sind.

Welche Grundstandards muss eine Demokratie erfüllen?

Eine Demokratie ist nur dann eine Demokratie,

  • wenn die tatsächliche Herrschaft vom Volk ausgeht.
  • wenn die Herrscher (die vom Volk gewählten Vertreter) regelmäßig durch das Volk in freien Wahlen neu gewählt werden.

1) Welche Grundstandards muss eine demokratische Regierung erfüllen?

  • Freie Wahlen
    In einer Demokratie wird die Regierung in regelmäßiger, freier, geheimer, unverfälschter und allgemeiner Volkswahl gewählt und kann vom Volk bzw. seinen Repräsentanten auch abgewählt werden. Zusätzlich wird die Regierung vom Volk bzw. seinen Repräsentanten kontrolliert.
  • Demokratische Verfassung
    Die Regierung ist ferner auf das Rechtsstaatsprinzip (d. h. ihre Handlungen müssen mit der Verfassung und den Gesetzen übereinstimmen) und auf das Mehrheitsprinzip (d. h. ihre Handlungen müssen dem Mehrheitswillen folgen) aufgebaut.
  • Vorhandensein einer Opposition
    Ein weiteres zentrales Merkmal der Demokratie ist ein hohes Maß an Meinungsfreiheit und -vielfalt sowie das Vorhandensein einer Opposition.
    • Mindestens 2 Parteien,
      die 2 unterschiedliche Standpunkte vertreten.
      die unter Berücksichtigung demokratischer Spielregeln miteinander umgehen.

2) Welche Grundstandards muss eine demokratische Wahl erfüllen?

  • Gleichheit: Jeder Wahlberechtigte muss an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen dürfen und hat genau eine Stimme.
  • Freiheit: Es darf kein Zwang ausgeübt werden. Um dem vorzubeugen, wird häufig geheim gewählt.
  • Passives Wahlrecht: Jeder Wahlberechtigte sollte bei Personalentscheidungen kandidieren dürfen.
  • Alternativen: Eine echte Entscheidung kann nur getroffen werden, wenn es mehrere Alternativen gibt.
  • Resultat: Sieger ist der, der am meisten demokratische Stimmen für sich gewonnen hat (Mehrheitsprinzip) oder der, der nach den demokratischen Spielregeln laut Verfassung zum Sieger erklärt wird.

Was ist keine Demokratie?

Es ist keine Demokratie,

  • wenn eine Diktatur vorherrscht, d.h. eine Zwangsherrschaft durch einen Diktator, eine politische Partei oder eine andere Gruppe.
    • Militärdiktatur: Herrschaft durch das Militär
    • Diktatur des Proletariats (Kommunismus: Eine einzige Partei herrscht diktatorisch!)
    • Theokratie: (griechisch „theos“ = Gott) ein Gottesstaat, Herrschaft durch eine göttlich erwählte Person oder die Priesterklasse, wörtlich „Gottesherrschaft“ mit einem weltlichen und geistlichen Herrscher in einer Person.
  • wenn die Herrscher bestimmen, wer Herrscher bleibt.
  • wenn es keine freien und regelmäßigen Wahlen gibt.
  • wenn die Opposition keinen Zugang zu den Medien hat, sich nicht Gehör verschaffen kann.
  • wenn die Presse nicht frei berichten kann.
  • wenn Menschen willkürlich vom aktiven oder passiven Wahlrecht ausgeschlossen werden.
  • wenn es nur eine Partei gibt.
  • wenn der Staat kein säkularer Rechtsstaat ist, es z.B. keine Meinungsfreiheit gibt, usw.

Eine Demokratie kann erst dann richtig funktionieren, wenn sie das davor herrschende politische Machtsystem vollständig umgewandelt hat.

Die Staatsform einer funktionierenden Demokratie zu etablieren ist außerordentlich schwierig. Sie kann sehr leicht wieder verloren gehen und in eine der oben beschriebenen Formen einer „Pseudodemokratie“ umgewandelt werden.

→Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

→Entwicklung vom Mittelalter bis heute

→Welche Veränderung bezüglich Staat und Religion hat demokratisches Denken bewirkt?

→Wie wird der Begriff der Demokratie zweckentfremdet?


2.2.6 Stufe 6 - Menschenrechte

Die Allgemeinen Menschenrechte sind der größte Erfolg menschlicher Entwicklung, denn zum ersten Mal sollten die gleichen Rechte für alle Menschen weltweit gelten!

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“

Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Für alle 30 Artikel plus Vorwort, welche am 10. Dezember 1948 von der UNO verabschiedet wurden, siehe: http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf

Die 3 Säulen der Menschenrechte:

  • Freiheit: Alle Menschen besitzen Gedanken-, Gewissens-, Religions-, Presse- und die Meinungsfreiheit, welche durch die Menschenrechte geschützt werden.
  • Gleichheit: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz. D.h. es darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen , Geburt oder sonstigem Stand. Jeder genießt den gleichen Schutz vor allen Formen der Diskriminierung, einschließlich der vollen Gleichberechtigung von Mann und Frau.
  • Solidarität: Alle Menschen besitzen auch wirtschaftliche und soziale Rechte, wie etwa das Recht auf soziale Sicherheit, gerechte Bezahlung, das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard, Gesundheit und das Recht auf Zugang zur Bildung, welcher integraler Bestandteil des Menschenrechtssystems ist.

Diese Rechte sind in folgenden fünf Rubriken näher ausgeführt: politische, bürgerliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte.

Menschenrechte sind beschränkt durch die Rechte und Freiheiten anderer oder durch Anforderungen der Moral, der öffentlichen Ordnung und des Gemeinwohls in einer demokratischen Gesellschaft (Art. 29 AEMR).

Die Menschenrechte anderer müssen anerkannt, nicht nur geduldet werden. Einzelne Menschenrechte dürfen nicht dazu verwendet werden, um andere Menschenrechte zu verletzen (Art. 30 AEMR).

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) ist der elementarste Grundrechtskatalog der Weltgemeinschaft und wie es im Vorwort heißt „das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal“.

Mit dieser Erklärung schließt sich der Kreis, der mit dem Humanistischen Denken begann. Denn das Humanistische Denken war der erste Schritt auf einem Weg, der zu einer menschenzentrierten internationalen Ordnung führte. In dieser neuen Ordnung lasst der Mensch seine Handlungen nicht mehr von staatlichen oder religiösen Institutionen einengen.


→Entwicklung vom Mittelalter bis heute

→Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

→Was hat die Anerkennung der Menschenrechte verändert?

→Wie werden Teile der Menschenrechte missachtet oder zweckentfremdet?

2.3 Ein stufenweiser Aufbau

Stand zuvor die Beschreibung der einzelnen Werte im Mittelpunkt, soll nun deren stufenweise Entwicklung gezeigt werden.

Unser modernes humanistisches Weltbild entwickelte sich über 6 Stufen, die gleichzeitig die Hauptwerte ergeben, aus denen sich alle anderen Europäischen Werte ableiten lassen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die einzelnen Stufen aufeinander aufbauen - keine Stufe wäre ohne die vorangegangenen entstanden.

Der Sage nach wurde die Königstochter Europa von Gott Zeus in Stiergestalt entführt und verführt.

Inzwischen haben sich die Rollen gewechselt. Europa ist eine aufgeklärte, selbständige und freie Frau geworden, die gelernt hat den „göttlichen“ Stier zu zähmen.

Freie, aufgeklärte und selbständige Menschen und besonders „freie, aufgeklärte und selbständige Frauen“ sind das sichtbarste Zeichen einer humanistischen Kultur.


Erklärung, wie die einzelnen Stufen kausal aufeinander aufbauen:

1. Stufe - Humanistisches Denken:

Das Humanistische Denken war der erste Schritt weg vom theozentrischen Weltbild des Mittelalters zum kommenden humanistischen Weltbild der Neuzeit.

Vorherrschende Weltbilder

Die Wurzeln der Europäischen Werte liegen in den Ideen der humanistischen Weltsicht der griechischen und römischen Antike.

Humanistisches Denken war der Beginn der Gegenbewegung zum theozentrischen Weltbild (alles von einem Gott, alles für einen Gott) des Mittelalters. Das theozentrische Weltbild des Mittelalters betonte meist die Nichtigkeit des Menschen im Vergleich zu Gottes Vollkommenheit. Der Fokus schien mehr auf den Unzulänglichkeiten des Menschen zu liegen. Auch menschliche Fähigkeiten wie z.B. kritisches Denken wurden im Gegensatz zu Gottes Allwissenheit als unzureichend oder anmaßend angesehen.

Humanistisches Denken bedeutet, den Menschen und sein Handeln in den Mittelpunkt zu rücken. Es beinhaltet eine neue geistige Grundhaltung, die davon ausgeht, dass der Mensch (mit all seinen Fähigkeiten) einen eigenständigen Wert gegenüber der Allmacht Gottes erhält.

2. Stufe - Rationalität:

Erstmals darf nun die Fähigkeit der menschlichen Vernunft zur Urteilsfindung neben dem Glauben mitherangezogen werden.

Die zweite Stufe Rationalität entsteht, die, vom Menschen kommende, Vernunft wird als letztendliche Entscheidungsquelle zur Urteilsfindung akzeptiert und steht damit an Stelle des Glaubens.

Ohne Humanismus hätte die menschliche Vernunft neben der unendlichen und undurchschaubaren Weisheit Gottes, die im Mittelalter fast 1.000 Jahre als oberstes Prinzip galt, nicht bestehen können.

Es ist wichtig zu verstehen, dass erst die im Humanistischen Denken begründete Wertschätzung für die Fähigkeiten des Menschen diesen Gedanken möglich machte. Zuvor wurden die menschlichen Fähigkeiten so gering geschätzt, dass es schlicht undenkbar war, die menschliche Vernunft als Ressource für Urteilsfindung zu verwenden. So wird verständlich, warum sich Rationalität erst auf der Basis des Humanistischen Denkens entwickeln konnte.

3. Stufe - Säkularität:

Da rationales logisches Denken dogmatisches religiöses Denken immer mehr widerlegte, wurde die Religion, welche vorher fast alle Bereiche des Lebens regelte mehr und mehr aus dem weltlichen Bereich zurückgedrängt bis die Machtbefugnisse von Religion und Politik wieder getrennt wurden..

Die dritte Stufe Säkularität wurde verwirklicht. Von nun an muss zumindest die Politik der Vernunft folgen, die Religion wird zur Privatsache.

Erst durch rationales Denken konnten den dogmatischen Regeln der Religion vernünftige Regeln, die durch logisches Schlussfolgern entstanden, gegenübergestellt werden. Vor der Aufwertung der menschlichen Vernunft gab es diese zweite Möglichkeit nicht. Diese durch die Rationalität entstandene Möglichkeit, im weltlichen Leben rationale Schlüsse als Basis für Entscheidungen und Gesetze zu verwenden, fand ihren Ausdruck im Prinzip der Säkularität.

Säkularität bedeutet, im Denken diesseitige Entwicklungen (Politik) von der eigenen jenseitigen Entwicklung (Religion) zu trennen! D.h. von nun an muss zumindest die Politik der Vernunft folgen. Religiöse Dogmen dürfen die politischen Entscheidungen, die dem Wohl der Allgemeinheit dienen, nicht behindern.

Durch Rationalität kam es zur Urteilsfindung über die Vernunft für alles Diesseitige (Politik, Wissenschaft). Religion wurde nun zur Privatsache. Davor regelte die Religion alle Bereiche des Lebens.

Für alles Jenseitige blieb die Urteilsfindung über den Glauben (Religion) aufrecht. Säkularität bedeutet, dass dieser Schritt auch im Staatswesen umgesetzt und verankert wurde.

4. Stufe - Rechtsstaatlichkeit:

Erst angewandte Säkularität führt zur vierten Stufe: Rechtsstaatlichkeit. Diese führt zur Anerkennung von Grundgesetzen und Verfassungen, die von Menschen gemacht wurden, die nicht von Gott gemacht oder von „Gottesgnaden“ eingeleitet wurden.

Ohne Säkularität gäbe es keine gültigen Gesetze, die nicht von Gott gemacht oder „von Gottes Gnaden“ eingeleitet wurden.

Erst wenn der Einzelne Politik von Religion in seinem Denken trennen kann, kann er säkulare, rechtsstaatliche Prinzipien in seinem Denken akzeptieren.

Das ist die Grundlage für säkulare Grundgesetze und Verfassungen.

Echte Rechtsstaatlichkeit wie sie vorab beschrieben wurde, kann nur auf der Basis von Säkularität entstehen. In religiös-politischen Systemen können die einzelnen Merkmale wie etwa die Gewaltentrennung, nie erreicht werden.

5. Stufe - Demokratie:

Die entstehenden Grundrechte des Einzelnen und die Durchsetzung der Gewaltenteilung bildeten die Basis, von der aus der Bürger es wagte, von seinem Herrscher ein Mitbestimmungsrecht einzufordern. Die fünfte Stufe Demokratie entsteht.

Ohne Rechtsstaatlichkeit gäbe es keine Basis für demokratische Prinzipien.

Erst wenn säkulare, rechtsstaatliche Prinzipien im Denken akzeptiert werden können, können demokratische Prinzipien zugelassen, eingefordert und umgesetzt werden.

Auf der Grundlage von säkularen Grundgesetzen und Verfassung entsteht eine Demokratie!

6. Stufe - Menschenrechte:

Die Forderung zur Umsetzung der universellen Menschenrechte der sechsten und letzten Stufe wird nur in einer funktionierenden Demokratie Rechnung getragen.

Erst das Verständnis der Menschen für die Sinnhaftigkeit von Demokratie und der gesamtgesellschaftlichen Durchsetzung von zwischenmenschlichen Grundwerten machte die UNO-Menschenrechtscharta zu einem wünschenswerten Gut.

Kaum jemand würde in einer anderen Staatsform als in der Demokratie die universellen Menschenrechte verbindlich einhalten. Außerdem können nur Bürger, die in einer funktionierenden Demokratie leben, daran denken, die Umsetzung der universellen Menschenrechte zu fordern.

Zu wenig beachtet wird oft auch der Umstand, dass die Achtung und der Schutz der Menschenrechte wechselseitig abhängig sind von funktionierenden demokratischen und effizienten rechtsstaatlichen Strukturen.

Die demokratische Weltsicht gipfelt in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die für alle Menschen auf der Erde gelten sollen.

→Hätte sich nicht doch eine Stufe ohne die vorangegangene entwickeln können?

→Wodurch wurde so etwas wie ein humanistisches Weltbild überhaupt möglich?

→Was wenn es diesen Wert plötzlich nicht mehr gibt?


3 Die Geschichte wiederholt sich

In den vorhergegangenen Kapiteln wurden die einzelnen Europäischen Werte definiert und ihre stufenweise Entstehungsgeschichte beleuchtet. Nun sollen sie innerhalb eines etwas breiteren geschichtlichen Kontextes dargestellt werden. Es werden wichtige gesellschaftliche Entwicklungen und andere relevante Meilensteine angeführt, sodass die Europäischen Werte innerhalb der komplexen Geschichte Europas verstanden und eingeordnet werden können.

Die folgenden Erläuterungen und Grafiken beruhen auf folgender Zeiteinteilung:

  • Altertum (3.500 v. Chr. - 500 n. Chr.)
  • Antike (800 v. Chr. – 500 n. Chr.)
  • Mittelalter (500 - 1500)
  • Neuzeit (1500 - heute)

Absolutismus aus der Grafik nehmen!


Humanistische Entwicklung in Europa

Diese Grafik veranschaulicht das Zu- oder Abnehmen von humanistischen bzw. Europäischen Werten anhand dem Vorhanden- oder Nicht-Vorhandensein der „6 Stufen zu einer humanistischen Gesellschaft“.

Unter besonderer Berücksichtigung dieser Entwicklungen und Ereignisse:

  • Griechische Antike (800 - 146 v. Chr.)
  • Römische Antike (509 v. Chr. - 500 n. Chr.)
  • Christentum wird Staatsreligion (380 n. Chr.) [13]
  • Renaissance (1450-1600)
  • Reformation (1517-1600)
  • Aufklärung (1600-1800)
  • Franz. Revolution (1789)

Zeichenerklärung der Sterne im Feld „Altertum“?

Die Anzahl der Sterne zeigt, in welchem Maße die humanistischen Prinzipien Eingang in die gesellschaftliche Ordnung der Antike gefunden haben. Die Bewertung reicht von 6 Sternen für die volle Umsetzung des neuen Denkens bis zu einem Stern für eine nur sehr begrenzte Umsetzung.


Wie vollzog sich geschichtlich das zweimalige Entwickeln

eines humanistischen Weltbilds in Europa?

Der Niedergang des römischen Reiches und damit der antiken Kultur brachte folgende Entwicklungen mit sich:

(1): Die Ansätze der Menschenrechte zerfallen mit der Aufgabe der Römischen Republik.

(2): Die ehemalige Republik geht in ein Römisches Kaiserreich über – eine Diktatur entsteht.

(3): Die Rechtsstaatlichkeit nimmt mit dem Rückbau der Republik ab. Die Gesetzgebung wird willkürlicher.

(4): 380 n. Chr.: Römisches Kaiserreich und Christentum werden eins – Christentum wird zur römisch-katholischen Staatskirche. Die Trennung von Politik und Religion endet.

(5): Der Glaube wird wieder über die Vernunft erhoben.

(6): Ab 500 n. Chr.: Das christliche theozentrische Weltbild löst das humanistische Weltbild der Antike ab. Gott (nicht mehr der Mensch) wird wieder zum Mittelpunkt allen Denkens und Handelns.

(7) Menschenrechte: Wo stehen wir heute?

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde geschaffen um die Rechte jedes Menschen gegenüber staatlichen und religiösen Institutionen zu gewährleisten.

Doch religiöse Institutionen beschneiden unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit bereits andere grundlegende Menschenrechte, wie die Meinungsfreiheit.

Tagtäglich wird die Meinungsfreiheit über religiöse Angelegenheiten in Europa mehr und mehr eingeschränkt - eine Tatsache, die gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verstößt.

Die Meinungsfreiheit ist bereits so ausgehöhlt, dass man nichts Humorvolles (harmlose Mohammed – Karikaturen) oder Kritisches (Dokumentationen) über den Islam in Europa sagen darf.

Warum zerfiel das humanistische Weltbild der Antike?

In der Antike waren Bildung und Naturwissenschaft noch nicht in der Lage, die Götter zu widerlegen, weshalb die Säkularität nur schwach ausgeprägt war. Die zu schwach ausgeprägte Säkularität war der Grund dafür, dass das Christentum im Römischen Reich Staatsreligion werden konnte.

Säkularität bekommt nur zwei STERNE, weil sie der Schwachpunkt im stufenweisen Weg zu einer humanistischen Gesellschaft war. Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte entstanden zwar erstmalig, gingen aber mit dem Fall der Säkularität wieder verloren. Danach wurden sehr schnell sowohl die 2. Stufe (Rationalität) und sofort danach die 1. Stufe (Humanistisches Denken) wieder in ihr Gegenteil verkehrt!

Alle 6 Stufen wurden in ihr Gegenteil verkehrt und mündeten ins christlich-theozentrische Weltbild.

Erst mit der Wiedergeburt der Antike, dem neuerlichen Aufkommen humanistischer Ideen und Rationalität erhielten die Menschen in Europa eine neue Chance, es diesmal besser zu machen!

Humanistische Entwicklung der Antike und der Neuzeit im Vergleich

Historische Belege über die Entstehung der 6 Stufen

Antike:

Neuzeit:

Menschenrechte:

Wurzeln der Menschenrechte in der Attischen Demokratie und im Römischen Recht [1]

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948 [2]

Demokratie:

Erste Demokratien der Antike:

Attische Demokratie 461 – 322 v. Chr.

Römische Republik 509 – 27 v. Chr. [3]

Erste Demokratien der Neuzeit:

USA 1787

Polen, Frankreich 1791 [4]

Rechtsstaatlichkeit:

Erste Rechtsstaatlichkeit führte zur Attischen Demokratie und wurde dann

weiterentwickelt zum „Römischen Recht“ ab 450 v. Chr. [5]

Ab 1689 (Bill of Rights) blieb Rechtsstaatlichkeit die Hauptforderung der Franz. Revolution und mündete in den ersten Verfassungen: USA 1787, Polen 1791 [6]

Säkularität:

5. und 4. vorchristliches Jahrhundert des antiken Griechenlands gelten als klassische Periode erster Säkularisierung (bis 380 n. Chr.)

[7]

In Europa begann die Säkularisierung mit der Aufklärung und wurde eine der Hauptforderungen der Französischen Revolution. [8]

Rationalität:

Ab 600 v. Chr.: Thales von Milet gilt als erster Philosoph und als Begründer von Philosophie und Wissenschaft überhaupt. [9]

Ab 1640: Den klassischen Rationalismus lässt man üblicherweise mit René Descartes beginnen. [10]

Humanistisches Denken:

Antiker Humanismus (Griechen, Römer) ab 600 v. Chr. – 500 n. Chr.

Der Übergang vom Theozentrismus zum Anthropozentrismus fand erstmals bereits in der Antike statt und wurde von dem griechischen Philosophen Thales von Milet 600 v. Chr. eingeleitet. [11]

Renaissance-Humanismus ab 1450 bis heute. [12]

3.1 Was man über antike Demokratie und das Mittelalter wissen sollte?

Was man über antike Demokratie wissen sollte?

Die Idee der Demokratie stammt aus dem antiken Griechenland. Die erste Verwirklichung einer Demokratie in der Geschichte der Menschheit war die antike Attische Demokratie.

In der griechischen Antike verstand man unter Demokratie die unmittelbare Teilnahme des Volkes an der Politik ihrer Stadtstaaten (polis). Im Gegensatz dazu standen die Herrschaftsformen Oligarchie (die Herrschaft einiger weniger), Monarchie (die Herrschaft eines Einzelnen) und Aristokratie (die Herrschaft der Besten).

Es gibt allerdings einen wichtigen Unterschied zum heutigen Verständnis von Demokratie:

Unter Volk verstand man damals jedoch einen sehr eng gefassten Begriff, der nur einer bestimmten Gruppe von Bürgern politische Teilhabe zusprach: Nur freie männliche Bürger waren berechtigt, an den Entscheidungsprozessen teilzunehmen; die große Mehrheit der Einwohner – Frauen, Halbfreie, Sklaven etc. – waren von der Mitwirkung an den politischen Entscheidungen ausgeschlossen.

Diese Form der Demokratie, die nur einigen erwachsenen männlichen Vollbürgern die direkte Teilnahme an der Politik erlaubte, galt lange Zeit als die einzig denkbare Form der Demokratie.

Auch die Römische Republik verwirklichte ein politisches System mit rudimentären demokratischen Elementen, basierend auf der Idee der Gleichberechtigung der „Freien“ bei der Wahl der republikanischen Ämter. Auch wenn das oligarchische Prinzip weiterhin bestimmend war – also die Macht durch die adeligen Mitglieder des römischen Senats ausgeübt wurde - gab es doch Mitbestimmung des Volkes bei Sachentscheidungen bis hin zu den Volkstribunen, welche das einfache Volk im Senat verteidigten. Historisch bedeutend war besonders die Etablierung einer frühen Form des Rechtsstaats durch die Anwendung des römischen Rechts, welches durch schriftlich festgelegte Verfahren (und nicht durch die Machtposition der Beteiligten) Recht sprach.

Was muss man über das Mittelalter wissen?

Charakteristisch für das Mittelalter sind eine nach Ständen geordnete Gesellschaft und eine gläubige christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft. Diese Geisteshaltung führte dazu, dass durch den erstmals in Europa eingeführten „Ein-Gott-Glauben“ ein recht einheitliches theozentrisches Weltbild entstand. Von diesem Weltbild durfte nun nichts (Wissenschaft,…) und niemand (Untertanen,…) mehr abweichen.

Gott war der Mittelpunkt allen Denkens und Handelns. Damals wie heute hatte aber niemand persönlichen Kontakt zu diesem Gott. Deshalb waren es eher die weltlichen und religiösen Vertreter Gottes auf Erden, die eine bereits in der Antike erreichte Selbstverantwortung ihrer Bürger durch weltliche und religiöse bedingungslose Untertänigkeit ersetzten.

Im Mittelalter kam alles Recht und Gesetz von Gott. Gott war alles und der Mensch nur sein Diener. Diese gottgegebene Ordnung wurde in Europa einerseits von einem absoluten Herrscher von Gottes Gnaden und andererseits von einem absoluten Klerus, Gottes Stellvertreter auf Erden, unter Missachtung aller heutigen Menschenrechte „bewahrt“.


Weltliche & religiöse Machtpyramiden

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Das Ende des Mittelalters wurde eingeleitet durch die Renaissance, die Wiedergeburt der Antike, also durch die Rückbesinnung auf die Werte der Antike.


3.2 Wodurch kommt es zum Wechsel im Weltbild?

Wechsel vom humanistischen Weltbild der Antike

zum christlich-theozentrischen Weltbild des Mittelalters

Die von Griechen und Römern geprägte Epoche geht zu Ende – das Mittelalter senkt sich über Europa.

  • Das Christentum erobert zuerst das römische Weltreich und dann auch schrittweise den Rest Europas. 380 n. Chr. wird es zur römischen Staatsreligion, 391 werden heidnische Kulte verboten (als monotheistische Religion kann es keine fremden Götter dulden). So wird Europa bis etwa 600 weitgehend christianisiert, hauptsächlich durch die Tätigkeit irischer Missionare. Etwa um 500 beginnt unter König Chlodwig I., der mit seinem Volk geschlossen zum Christentum übergetreten war, der Aufstieg des Fränkischen Reiches, das sehr bald auf den Überresten des Weströmischen Reiches und der Reiche der anderen germanischen Völker seine Vorherrschaft in West- und Mitteleuropa begründet. Den Höhepunkt dieser Entwicklung stellt die Krönung Karls des Großen zum römischen Kaiser durch den Papst an Weihnachten des Jahres 800 dar.
  • Das Römische Reich zerfällt in ein West- und ein Oströmisches Reich (395). Das Weströmische Reich zerfällt 476, während das Oströmische Reich noch bis 1453 überdauert.
  • Die Völkerwanderung (375 – 568) beschleunigt den Untergang des Weströmischen Reiches und damit das Ende der Antike. Unter dem Ansturm der germanischen Stämme und der gefürchteten Hunnen zerbricht die Macht Roms, welche innerhalb der Reichsgrenzen Frieden, Recht und Ordnung garantierte. Rom wird im 5. Jahrhundert n. Chr. mehrmals geplündert und der letzte römische Kaiser 476 n. Chr. abgesetzt.
  • Im Orient entsteht im frühen 7. Jahrhundert eine neue Macht, welche mit dem Weltbild der Antike bricht – der Islam. 632 n. Chr. beginnt die arabische Expansion.
  • Der christliche Glaube setzt der Wissenschaft enge Grenzen und reglementiert alle Bereiche des Lebens.
  • Einen philosophischen Paradigmenwechsel stellt der Übergang von der Antike zum Mittelalter dar, in dem christliches Denken antikes Denken ablöst. Im Jahr 529 n. Chr. wurde die Platonische Akademie in Athen geschlossen und das erste christliche Kloster gegründet, sprich die „platonische“ Zeit der Antike wurde vom Christentum abgelöst.
  • Weil Bildung nur eine Sache der gesellschaftlichen Eliten ist, geht das Wissen der Antike sehr schnell verloren – es überdauert die Jahrhunderte des Mittelalters in den Büchern, aber nicht in den Köpfen der Menschen.


Wechsel vom christlich-theozentrischen Weltbild des Mittelalters

zum humanistischen Weltbild der Neuzeit

Eine Neue Zeit zieht herauf - die Neuzeit bricht an!

  • Kolumbus entdeckt Amerika (1492).
  • Die Osmanen erobern Konstantinopel (1453), das Oströmische Reich fällt, viele griechische Gelehrte flüchten nach Westeuropa und verhelfen dort dem Humanismus zum Aufblühen.
  • Der Humanismus tritt der mittelalterlichen Scholastik entgegen. „Scholastik“ bezeichnet die Gesamtheit der mittelalterlichen Theologie und Philosophie, im engeren Sinne alle Versuche, die kirchlichen Dogmen des Katholizismus mit philosophischen Mitteln rational begründen zu wollen. War im Mittelalter rationales Denken von der Kirche nur soweit geduldet, wie es die katholischen Dogmen nicht verletzte, weitet sich nun der Raum für eigenständiges, vernunftbegründetes und humanistisches Denken wieder. Löste im Mittelalter christliches Denken antikes Denken ab, so passiert es jetzt umgekehrt.
  • Durch die Erfindung des Buchdrucks (1450) verbreiten sich das neue humanistische Denken sowie die „deutsche“ Lutherbibel sehr schnell.
  • Luthers Thesen leiten die Reformation des Katholizismus ein (1517).
  • Die kulturgeschichtliche Epoche der Renaissance (Wiedergeburt der Ideale der Antike) beginnt.
  • Das geozentrische Weltbild (Ptolemäus: Die Erde ist der Mittelpunkt des Universums und alles dreht sich um die Erde) wird durch das heliozentrische Weltbild (Nikolaus Kopernikus: Die Erde dreht sich um die Sonne) abgelöst. Dieser Wechsel im astronomischen Weltbild läutet das Ende des ideologischen Monopols ein, das die Kirche im Mittelalter innehatte. Das Weltdeutungsmonopol geht von der Kirche (von kirchlich vorgegebenem Denken und dogmatischer Vorherrschaft des christlichen Klerus) schrittweise zu den Naturwissenschaften über.
  • Ein Wechsel im Leitbild vollzieht sich, weg vom christlichen Denken des Mittelalters hin zum humanistischen Weltbild.

Was sind die wichtigsten Unterschiede in den Weltbildern?

Der Hauptunterschied besteht darin, ob ein Weltbild von einem Gott oder durch den Menschen selbst geprägt ist.

Ein Weltbild, in dem Gott im Mittelpunkt des Denkens und Handelns steht, ist von diesem Gott überliefert und geprägt. Dieser Gott bestimmt auch, wer seine weltlichen und geistlichen Vertreter auf Erden sind. Diese sollen die Welt nach seinem Willen regieren bzw. verändern.

Ein Weltbild, das den Menschen in den Mittelpunkt rückt und vom Menschen selbst gestaltet wurde, ist das humanistische Weltbild. Es ist menschlich, weil Veränderungen im Leben – im staatlichen wie im privaten Bereich – dank seiner Vernunft vom Menschen selbst vorgenommen werden.


4 Entwicklungsschritte vom Mittelalter bis heute

Diese 6 Stufen führten zum:

a.) Wechsel von einem inhumanen Weltbild zu einem humanen Weltbild

Inhumanes Weltbild

Humanes Weltbild

Gott steht im Mittelpunkt!

Das Wohlergehen des Gottes steht im Zentrum menschlichen Handelns und Denkens.

Humanistisches Denken

Der Mensch steht im Mittelpunkt!

Das Wohlergehen der Menschen steht im Zentrum menschlichen Handelns und Denkens.

Der Glaube ist die letztendliche Entscheidungsquelle.

Vernunft

Die Vernunft wird zur letztendlichen Entscheidungs-quelle.

Kirche und König herrschen

gemeinsam.

Säkularität

Auftrennen der Machtbefugnisse von allem Göttlichen (für alles Jenseitige) und allem Menschlichen (für alles

Diesseitige)

Willkürliche Gesetze durch den König und inhumane Gesetze durch die irdischen Vertreter Gottes

Rechtsstaatlichkeit

Gerechtigkeit durch von Menschenhand gemachte säkulare Grundgesetze & Verfassung

Diktatur durch Papst und König

Demokratie

Periodisch von Menschen gewählte Volksvertreter!

Die heiligen Lehren des Katholizismus müssen für alle Menschen gelten.

Menschenrechte

Ein universelles Gesetz von Menschen für Menschen!


b.) Wechsel in der Beziehung zu staatlichen und religiösen Institutionen

Das bedeutet einerseits einen Wechsel von „mir“ als Diener des Staates zum Staat als meinem Diener im öffentlichen Bereich, andererseits einen Wechsel von „mir“ als Diener der Kirche zu Religion als meinem Helfer im privaten Bereich.

Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Unterdrückung durch religiöse und staatliche Institutionen, welche eine individuelle Entwicklung ihrer Untergebenen verhinderte.

ßBild: Staat und Religion sind durch ihre einschränkenden Dogmen und totalitären Forderungen die Bürde des unfreien Untertanen.

Vorher war man Diener des Staates und Diener der Religion.

Durch die Umsetzung der Europäischen Werte wurde der Staat zum Diener, die Religion zum Helfer.

Der Staat ist heute Helfer im öffentlichen Bereich, die Religion (heute) Helfer im privaten Bereich!

Bild: à „Freiheit“ beschreibt einen von staatlichen und religiösen Institutionen befreiten Bürger.

Erst durch die Umsetzung der 6 grundlegendsten Europäischen Werte wurde eine Übereinkunft auf Augenhöhe erreicht.


Zusammenfassend die Entwicklung der 6 Stufen, kurz und prägnant auf den Punkt gebracht:

Wechsel in der Beziehung zu staatlichen und religiösen Institutionen

Wechsel gegenüber

staatlichen Institutionen

<

Wechsel gegenüber

religiösen Institutionen

Emanzipation gegenüber dem Staat

Humanistisches Denken

Emanzipation gegenüber der Religion

Hinterfragen des Herrschaftssystems

Vernunft

Hinterfragen der religiösen Dogmen

Trennung von Staat und Religion

Säkularität

Religion wird zur

Privatsache

Durch säkulare Verfassung und Grundgesetze wird der Untertan zum Bürger

Rechtsstaatlichkeit

Säkulare Gesetze gelten vor göttlichen Gesetzen

Demokratie ersetzt

Diktatur

Demokratie

Die jeweiligen Religionen innerhalb eines Staates werden gleichberechtigt

Menschenrechte werden zum Idealgesetz für den Staat

Menschenrechte

Religiöse Tätigkeiten dürfen nicht den Menschenrechten widersprechen

5 Erkenntnis

Die Geschichte Europas ist geprägt von einem ständigen Wechsel zwischen zwei total gegensätzlichen Weltbildern.

Dem theozentrischen Weltbild mit einem Gott im Mittelpunkt und dem humanistischen Weltbild mit dem Menschen als Mittelpunkt.

Zwei völlig mit sich unvereinbare Weltbilder

Theozentrisches Weltbild

Humanistisches Weltbild

Vertreter:

Christlich-theozentrisches Weltbild des Mittelalters bzw. islamisch-theozentrisches Weltbild von heute (Bsp.: Iran)

Vertreter:

Weltbild der westliche Kultur & Japan

Ein Gott hat alles bestimmt!

Auch hat er bestimmt, wer über die Gemeinschaft der Gläubigen herrscht und wie!

Eine Gemeinschaft aufgeklärter, selbständiger und freier Menschen bestimmt sich selbst!

Unterdrückung durch staatliche Institutionen

Unterdrückung durch religiöse Institutionen

Die 6 grundlegenden Europäischen Werte

Freiheit von staatlichen Institutionen

Freiheit von religiösen Institutionen

Gott steht im Mittelpunkt

Humanistisches Denken

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Der Glaube steht über der Vernunft

Rationalität

Vernunft steht über dem Glauben

Staatliche & religiöse Institutionen arbeiten Hand in Hand

Säkularität

<

Trennung von staatlichen & religiösen Institutionen

Willkürliche staatliche Gesetze

Inhumane

„göttliche“ Gesetze

Rechtsstaatlichkeit

Gerechtigkeit durch säkulare Verfassung & Grundgesetze

Diktatur

Gottesstaat

Demokratie

Demokratie nach westlichem Vorbild

Menschenrechte missachtet von staatlichen Institutionen

Menschenrechte missachtet von religiösen Institutionen

Menschenrechte

Staatliche Institutionen sorgen für die Achtung der Menschenrechte

5.1 Was macht nun einen heutigen Europäer und Träger Europäischer Werte aus?

Ein heutiger Europäer und Träger Europäischer Werte akzeptiert und schätzt in seinem Denken und Handeln:

  • die universellen Menschenrechte.
  • demokratische Prinzipien.
  • rechtsstaatliche Prinzipien.
  • die Trennung von Politik & Religion.
  • die Urteilsfindung über die Vernunft.
  • den Mensch als Maßstab aller Dinge.

Ein heutiger Europäer denkt und handelt

  • humanistisch,
  • rational,
  • säkular,
  • rechtsstaatlich,
  • demokratisch &
  • menschenrechtsschützend.

5.2 Sind diese Europäischen Werte universell?

„Europäische Werte“ dürfen sie durchaus genannt werden, da sie zuerst in Europa und Amerika, der Heimat ausgewanderter Europäer, verwirklicht wurden und den westlichen Kulturkreis heute prägen. Letztlich gehören diese Werte jedoch nicht den Europäern allein, sondern allen Menschen, die in einer humanistischen Welt leben wollen.

Europäische Werte sind universell, d.h. sie können als Einladung für alle Hochkulturen verstanden werden, durch die Umsetzung dieser grundlegenden 6 Schritte eine humanistische Gesellschaft aufzubauen.

Europäische Werte sind universelle humanistische Werte,

deren Ziel freie, aufgeklärte und selbständige Menschen sind.


6 Quellenangabe

Um diese allgemeinen Angaben aus Geschichtsbüchern einfach und schnell nachprüfen zu können, verweisen wir auf die jeweiligen Stellen bei Wikipedia (Stand 01/2009):

1: http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte#Die_Wurzeln_der_Menschenrechte_in_der_Antike

2: http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte_der_Vereinten_Nationen

3:http://de.wikipedia.org/wiki/Attische_Demokratie#Funktionsweisen_der_entwickelten_Attischen_Demokratie

http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mische_Republik

4: http://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie#Mittelalter_und_Neuzeit

5: http://de.wikipedia.org/wiki/Antike#Urspr.C3.BCnge_Roms

6: http://de.wikipedia.org/wiki/Bill_of_Rights_(England)

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Revolution

http://de.wikipedia.org/wiki/Verfassung_der_Vereinigten_Staaten

7:http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4kularisierung#Abstrakte_S.C3.A4kularisierung_in_der_Geschichte

8:http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4kularisierung#Historische_Entwicklung_der_abendl.C3.A4ndischen_S.C3.A4kularisierung

9: http://de.wikipedia.org/wiki/Thales

10: http://de.wikipedia.org/wiki/Descartes

11: http://de.wikipedia.org/wiki/Anthropozentrismus#Religion

12: http://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus#Renaissance-Humanismus

 

Brockhaus Enzyklopädie, 21. Auflage 2005:

2: Band 18, S. 260; „Menschenrechte“

4: Band 28, S. 740; „Verfassung“

5: Band 23, S. 329; „Römisches Recht“

6: Band 22, S. 630; „Rechtsstaat“

8: Band 23, S. 700; „Säkularisierung“

9: Band 27, S. 290; „Thales von Milet“

10: Band 6, S. 475; „Descartes, Rene“

12: Band 12, S. 777; „Humanismus“

13: Band 4, S. 659; „Christentum“

 

1: Menschenrechte Antike

Die Stoa entwickelte in ihrer Anthropologie und Ethik die Lehre von der Gleichheit der Menschen.
Zenon von Kition (336 – 263) ist der Begründer des Stoizismus.

Oestreich, Gerhard. Geschichte der Menschenrechte und Grundfreiheiten im Umriss. S. 16 Berlin: Duncker & Hublot 1968
dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 71. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006

Die Stoa sind eine der großen philosophischen Strömungen im antiken Griechenland.

2: Menschenrechte Neuzeit

'1948, 10. Dez. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen nimmt die 'Deklaration der Menschenrechte' an, die davon ausgeht, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechte geboren sind.'

Der große Ploetz. S. 1379. Göttingen  Vandenhoeck und Ruprecht 2008

3: Demokratie Antike

'Vollendung der Demokratie 462 in Athen.' 'Einführung der Timokratie 322' in Athen. 'Timokratie = Herrschaft der Besitzenden (eine auf Bodenertrag und Produktion eingestellte Klassenordnung).'

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 59. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006
dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 69. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006
dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 55. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006

Oestreich, Gerhard. Geschichte der Menschenrechte und Grundfreiheiten im Umriss. S. 15 – 18. Berlin:  Duncker & Hublot1968

'Der Bürger Athens war stolz, frei zu sein im Bewusstsein seiner
Teilnahme an der Regierung und im Gefühl der Respektierung seiner
Rechte durch das Gemeinwesen, das die politische und die religiöse,
die rechtliche und die göttliche Ordnung zugleich umschloss.'
(Attische Demokratie: 461 – 322 v. Chr.)

 

'509 v. Chr. (traditionell) ...das erste Jahr der (römischen) Republik.'   'C. J. Octavianus (seit 27. v. Chr.) Augustus und Alleinherrscher'

Der Große Ploetz. S. 216. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 2008
Vorstandlechner, Hans. Weißt du das? Frag' mich über Geschichtsdaten von 3900 v. Chr. Bis heute.
S. 16. Wien/München/Zürich: Verlag Adalbert Pechan

4: Demokratie Neuzeit

'Der Konvent verabschiedet am 17. Sept. 1787 die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika, das Grundgesetz der ersten modernen Demokratie.'

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 293. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006

'Sept. 1792 Frankreich wird zur Republik erklärt'

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 299. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006

5: Rechtsstaatlichkeit Antike

'Dieser Staat [der Römische] ist ein Rechtsstaat in dem das Gesetz (Lex) an die Stelle des Königs (Rex) getreten ist.'
'Um 450 siegt die Staatsidee in Rom über Standesdenken.' ''C. J. Octavianus (seit 27. v. Chr.) Augustus und Alleinherrscher'

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 86. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006
dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 77. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006
Der Große Ploetz. S. 256. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 2008


Vorstandlechner, Hans. Weißt du das? Frag' mich über Geschichtsdaten von 3900 v. Chr. bis heute.
S. 16. Wien/München/Zürich: Verlag Adalbert Pechan

 

'Rechtsstaatlichkeit in Athen durch Reform des Kleisthenes 509 v. Chr. '

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 54/55. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006

„Durch Teilung der Macht in unterschiedliche von allen Bürgern gewählte Verwaltungs- und  Regierungsorgane, deren Vertreter ihre Ämter zeitlich stark begrenzt innehaben, Teilung der Gewalten und Ausbreitung der Macht auf das gesamte (männliche) Bürgertum bei gleichzeitiger, gegenseitiger Kontrolle und Machteinschränkung durch die Kurzfristgkeit der Amtsdauer, wird eine Form von Rechtsstaatlichkeit in Athen verwirklicht.(Reform des Kleisthenes 509 – 507. v. Chr.)“

 

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 54/55. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006

6: Rechtsstaatlichkeit Neuzeit

'Der Konvent verabschiedet am 17. Sept. 1787 die Verfassung der  Vereinigten Staaten von Amerika, das Grundgesetz der ersten modernen Demokratie. Wesentliche  Merkmale: Gewaltenteilung und ein System gegenseitiger Kontrolle
(Checks and Balances)'

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 293. München: Deutscher Taschenbuchverlag 2006

 

'Die französische Verfassung von 1791: Garantie der Menschen- und
Bürgerrechte durch Teilung der Gewalten in Exekutive Legislative
und Jurisdiktion.'

 

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 296. München: Deutscher Taschenbuchverlag 2006

 

7: Säkularität Antike

'Und so kam es zu dem ganz und gar profanen Gesetzeswerk des Solon (um 580 v. Chr.), der nicht als Prophet oder Götterbote angesehen wurde, sondern einfach als 'Weiser' (sophos).

Schupp, Franz. Geschichte der Philosophie. Antike. S. 34. Hamburg: Meiner Verlag 2003

Die Bürger der Polis nahmen, vermittelt durch den von ihnen Beauftragten, ihre innere Ordnung selbst in die Hand, für Zeus blieb das Wetter mit Blitz und Donner.'
Der Große Ploetz. S. 166. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 2008

8: Säkularität Neuzeit

'In jedem Fall war die Verbindung von Kirche und Staat für sie (die Philosophen der Aufklärung) ein Unheil.'

Schupp, Franz. Die Geschichte der Philosophie – Neuzeit. S. 299. Hamburg: Felix Meiner Verlag

'Unter Androhung der Amtsenthebung bei Zuwiderhandlungen schränkte man die Aufgaben der Bischöfe auf den rein geistlichen Bereich ein...'

Goodwin, Albert. Die Französische Revolution. 1789 – 1795. S 81. Frankfurt am Main: Fischer

Frankreich:
'Juli 1790 Zivilverfassung des Klerus: Verstaatlichung der Kirche; Aufhebung der kontemplativen Klöster und  Orden; Wahl der Priester. Die meisten Geistlichen lehnen den verlangten Eid auf die Verfassung ab, ein Konflikt zwischen Staat und Kirche entsteht.'

'Trennung von Staat und Kirche in den USA (1785 Virginia Statute of Religious Liberty)'

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 297. München: Deutscher Taschenbuchverlag 2006
dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 293. München: Deutscher Taschenbuchverlag 2006

9: Rationalität Antike

'Die griechische Philosophie wollte einen wissenschaftlichen Anfang haben und den symbolisierte Thales von Milet (um 624 – 546).'

Schupp, Franz. Geschichte der Philosophie. Antike. S. 48. Hamburg: Meiner Verlag 2003

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 51. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006
'Logos als Vernunft ist nicht etwas, was dem Menschen natürlicherweise mitgegeben wäre: Ohne Zweifel hatten die Menschen immer schon die Fähigkeit, sich in ihrer Welt zu orientieren, d.h. sich Handlungsmodelle zu entwerfen. Dass die ionischen Naturphilosophen (u.a. Thales) dies aber mit Vernunft, d. h. Unter anderem mit Abstraktionen, mit Versuchen einheitlicher Theoriebildung, mit Argumentationsformen und Logik unternehmen ist ein historisches und kein natürliches Phänomen, es ist ein Ereignis der Geschichte, das bis heute seine ungeheuren und manchmal auch ungeheuerlichen Auswirkungen zeigt.'

10: Rationalität  Neuzeit

'Zeitalter der Vernunft: Renè Descartes (1596 – 1650) vertritt den Rationalismus: allein durch Denken und allg.-log. Schlüsse (Prinzipien) wird Wahrheit gefunden (deduktive Methode) ' Die Aufklärung (18. Jahrhundert): die von Westeuropa ausgehende größte geistige Bewegung seit der Reformation basiert auf Humanismus, Philosophie und naturwissenschaftl. Weltbild des 17. Jahrhunderts. Vernunft, Mut zur Kritik, geistige Freiheit und religiöse Toleranz sollen Tradition, relig. Dogmatik, kirchliche und staatliche Autorität (Absolutismus), moralische und ständische Vorurteile überwinden. Natürliche (=vernünftige) Bildung und       Erziehung zur Humanität garantieren den Fortschritt, fördern die 'Verbrüderung der Menschheit'

dtv-Atlas Weltgeschichte. S.256/257 München: Deutscher Taschenbuchverlag  2006

11: Humanistisches Denken  Antike

'594 Solonische Gesetze in Athen deren erster Grundgedanke die Emanzipation des Einzelnen ist'

'Protagoras (um 485 – um 415): Der Mensch ist das Maß aller Dinge'

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 55. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006
Der große Ploetz. S. 182. Göttingen  Vandenhoeck und Ruprecht 2008

12: Humanistisches Denken  Neuzeit

'Die Renaissance in Italien (15./16. Jh.). Hinwendung zur Welt und Humanismus.'

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 213. München: Deutscher Taschenbuchverlag 2006

'Aus Byzanz emigrierte Gelehrte  gründen um 1440 die Platonische Akademie in Florenz. Gefordert wird freie geistige Entfaltung des Menschen, der sich aus eigener Kraft durch das Studium klassischer antiker Literatur vervollkommnen kann.'

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 212.  München: Deutscher Taschenbuchverlag 2006

 

13: Das Christentum wird Staatsreligion

'380 Das Edikt von Thessalonike: Der Athanasianismus (Katholizismus) wird Staatsreligion'

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 103. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006   

'391 das Christentum wird Staatsreligion, Verbot aller heidnischen Kulte.'  

dtv-Atlas Weltgeschichte. S. 103. München:  Deutscher Taschenbuchverlag 2006      

 
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